Antwerpen – Schloss Sterckshof "De Quaeye Werelt Anno 1477"
Schon seit einigen Jahren findet auf dem weitläufigen Parkgelände von Schloss Sterckshof, vor den Toren von Antwerpen eines der großen historischen Feste in Europa statt. Das besondere dabei ist, dass dies ein Fest für die Mitwirkenden ist. Die Öffentlichkeit ist dazu eingeladen, aber es ist keine kommerzielle Veranstaltung. Der riesige Markt hält primär all das bereit, was wir selber für unsere Ausstattung benötigen, von Stoffen, über Nestelbänder, Kopfbedeckungen, Messer, Waffen aller Art, Geschirr, Leder usw..
Von den Schneeballen ist dort ebenfalls schon seit vielen Jahren eine Abordnung vertreten. Dabei hat sich die Kooperation mit den Brettener Landsknechten bewährt. Wir haben ein gemeinsames Lager und ziehen gemeinsam in die Schlacht, die jeweils am Samstag und am Sonntag stattfindet. Schon der Anblick der hunderte von schwergewappneten und gerüsteten Männern (unter manchem Harnisch stecken aber auch Frauen) lässt einem den Atem stocken und hinterlässt Eindrücke, die unvergesslich bleiben.
Es ist klar, dass unsere Schneeballenmänner, die gemeinsam mit den Landsknechten trainieren, hierbei mit an vorderster Front stehen und Sabine und Theresa Obhof die Männer mit ihrem Pfeifenspiel aufmuntern. Gerhard hat sich in diesem Jahr wieder einmal auf das Filmen verlegt. Wir dürfen auf das Ergebnis gespannt sein.

Peter-und-Paul 2014

Die Schneeballen hatten ihr Lager auch in diesem Jahr wieder am Seedamm, direkt neben dem Bauernlager. Der Umzug unserer Nachbarn auf den Parkplatz der Gewerbeschule, gab uns die Möglichkeit zusätzliche Dekoration unterzubringen. Dazu konnten wir unsere zwei renovierten Wagen mit nach Bretten nehmen und aufstellen. Sie dienten nicht nur als Materiallager, sondern auch als „Schlafwagen“.

Am Samstag zog eine Schneeballen-Landsknechtsrotte mit Trommel und Spiel zusammen mit anderen Landsknechtsrotten durch die Stadt und belebte die Gassen. Als Abschluss ab es einen großen „Igel“ vor dem Lager der Stadtwache.

Auch in unserem Lager gab es einiges zu sehen. Simon Obhof hatte eine Präsentation zum Weinbau im Kraichgau vorbereitet, die auf verschiedenen Tafeln die Arbeiten im Jahresverlauf von heute und vor 500 Jahren aufzeigten. Dazu konnte man verschiedene Würzweine verkosten, die frisch zubereitet worden waren. Die Kunst des „Feuerschlagens“ und verschiedene Anzündhilfen wurden ebenso vorgestellt wie die damals üblichen Talglampen.

Am Samstagmittag hatte Gerhard für die Aktiven und eine große Anzahl von Gästen ein zünftiges Kesselfleisch vorbereitet. Diese Stunde wird von vielen Gästen wegen der ungezwungenen Atmosphäre geschätzt.

Bei der Schlacht am Samstagabend waren wieder alle Schneeballen eingebunden, sei es als Schützen mit Kanone und Luntenschlossgewehr, als aktiv kämpfende Landsknechte, Trommler und Pfeifer oder als Entsatztruppen.

Der Sonntag stand wie immer im Zeichen des großen historischen Festzuges durch die Stadt, bei dem wir wieder den Kraichgauadel mit bewaffneten Knechten und Gefolge darstellten.

Zum Festausklang gab es am offenen Feuer frisch zubereiten Spießbraten. Das am Abend aufziehende Unwetter kündigte sich mit Böen an, die Anlass waren einen Teil des Lagers abzubauen und das Material zu sichern. Der Stimmung tat das keinen Abbruch, wir feierten im Küchenanbau kräftig weiter und es wurde so manches Lied dabei gesungen.

Wir freuen uns jetzt schon auf das Peter-und-Paul Fest 2015, das vom 3. bis zum 6. Juli stattfinden wird.

 
 
 

Hansetage in Lübeck

Ein grandioses Ereignis waren für alle Teilnehmer die internationalen Hansetage im Lübeck 2014, die vom 22. bis zum 25. Mai stattfanden. Zusammen mit weiteren Brettener Gruppen waren wir der Einladung des „Hansevolks zu Lübeck“ gefolgt und mit einer Menge Gerät nach Lübeck gereist. Unser historisches Lager zwischen Mühlenteich und altem Dom wimmelte auch schnell von Menschen. Das Hansevolk hatte erstmals ein großes historisches Event auf die Beine gestellt, das sehr gut zur geschichtlichen Thematik passte. Die Aktiven aus Bretten stellten angeworbene Söldner der Stadt Lübeck dar, um die Stadt gegen feindliche Angriffe zu verteidigen. Darum wurde dann am Samstagmorgen, bei strahlendem Sonnenschein eine Seeschlacht mit drei historischen Koggen und einer Kraweel (das ist ein größeres Schiffsmodell) inszeniert. Alle Kostüm-/ Gewandträger wurden auf die Schiffe verteilt und boten mit ihren Fahnen und historischen Trachten ein buntes Bild. Richtig aktiv bei der Schlacht wurden dann aber doch nur die Handschützen und Kanoniere, denn sobald die Schiffe in Position waren, wurde gefeuert, was die Rohre hergaben.

Alle Teilnehmer am historischen Programm, über 200 Personen, wurden gemeinsam von den Brettener Gästen mit sieben eigenständigen Küchen versorgt. Alle Lebensmittel wurden vor Ort frisch angeliefert mit Rehgulasch am ersten und Rehkeule an zweiten „Kochtag“. Dabei war es echt erstaunlich was daraus in den verschiedenen Küchen gezaubert wurde. Wir dürfen mit Recht sagen, dass unsere Essensgäste insgesamt von den süddeutschen Kochkünsten begeistert waren.

Dazwischen gab es natürlich immer wieder auch kleinere Umzüge durch die Stadt und Waffenübungen, die von einem sehr interessierten Publikum aufmerksam begleitet wurden.

Da im historischen Lager auch der Getränkeausschank für alle Teilnehmer organisiert wurde, waren wir quasi mitten im Geschehen und einige unserer Aktiven nutzen die Begegnung mit anderen Gruppen zum intensiven Austausch bis in die frühen Morgenstunden, woraus neue Kontakte und Reisepläne entstanden. Was mit der offiziellen Eröffnungsrede des Bundespräsidenten am Donnerstagabend begann, endete am Sonntagabend mit einer großen Parade durch die Stadt und einer Abschlussveranstaltung vor dem Holstentor. Danach konnten wir unser Lager abbauen alles für die Rückfahrt vorbereiten.

 
Burg Stettenfels 2014

Das verlängerte 1. Mai-Wochenende war ein echter Saisonauftakt. Es gab von allem etwas: Aktion, gute Stimmung, Regen, Sturm, Sonne, Kälte und zum Schluss am Sonntagabend waren die Zelte relativ trocken, so dass wir gut abbauen und aufräumen konnten.

Die Veranstalter hatten den Bauernkrieg als Thema gewählt und dazu verschiedene Szenen entwickelt und passende Gruppen eingeladen. Das war auch der Grund, warum die Schneeballen zusammen mit den Brettener Landsknechten wieder einmal geladen waren. Zu diesem Thema passen wir einfach und wer das „Bundesheer“ darstellen soll, also die Truppen des Georg Truchseß von Waldburg, braucht eine kampferprobte Truppe.

Es war ein schönes, langes Wochenende und aufgrund der Nähe gab es auch einige „Heimschläfer“. Wie schon bei vorhergehenden Ausfahrten hat die Zusammenarbeit mit den Landsknechten hervorragend geklappt. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team.

 

Renaissancefest um die Medici-Villa in Poggio a Caiano, 13. – 15. Sept. 2013

Zu einer Veranstaltung mit besonderem Flair waren die Schneeballen in die Toskana eingeladen. Im Städtchen Poggio a Caiano, vor den Toren von Florenz, wird an die Hochzeitsfeierlichkeiten von Francesco I de’Medici mit der österreichischen Prinzessin Johanna erinnert, die im Jahre 1565 stattfand. Der stattliche Landsitz der Medici stand damals für einige Wochen im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens von Florenz.

Die Villa, heute Weltkulturerbe, bietet auch den Rahmen für das Fest, das sich über den Hof und die Gärten der Anlage und die umliegenden Gassen erstreckt.

Mit von der Partie waren Aktive der Landsknechte Bretten, mit denen wir schon seit einigen Jahren bei Veranstaltungen zusammenarbeiten. Von unseren italienischen Freunden war die Gruppe „Cinquedea“ mit dabei, die auch das komplette Lager bereitstellte. Verpflegt wurden wir mit vorzüglicher italienischer Küche bei den Ständen der einzelnen Vereine, die das Fest mitgestalteten.