Mit dem Pferdewagen zur Premiere

Aus Landsknechtstross wird „Leben im Kraichgau 1500“

Den internationalen Museumstag 2018 hatten sich die Aktiven der Fünf Schneeballen ausgesucht um ihre Neuausrichtung publikumswirksam zu präsentieren. Dazu hatte die Gruppe im Hof des Gochsheimer Schlosses ein kleines Lager aufgebaut, das den passenden Rahmen bot und gleichzeitig Gelegenheit war neue Mitglieder mit den Arbeiten in einem mittelalterlichen Lager vertraut zu machen. Künftig werden die Flehinger bei öffentlichen Auftritten unter dem Namen „Leben im Kraichgau 1500“ agieren. „Die Umbenennung ist für uns eine klare Konsequenz aus der Entwicklung der letzten Jahre und eröffnet uns bei der Darstellung viele weitere Möglichkeiten“, stellt der Vereinsvorsitzende Gerhard Obhof fest.

Bereits vor über zwei Jahren hat der Verein beschlossen sich noch konsequenter an Vorlagen der Zeit um das Jahr 1500 mit regionalem Bezug zu orientieren. Dazu wurde im Verein ein Beratungsgremium einberufen um den Mitgliedern einen Leitfaden an die Hand zu geben und bei der Umsetzung Hilfestellung zu leisten. Nach vielen Einzelgesprächen und Workshops konnte nun die Gruppe das Erreichte in Gochsheim vorstellen. Linda Obhof und Theresa Farr sind bei dieser Neuausrichtung federführend, sie sind gleichzeitig Mitherausgeberinnen des bereits im Vorjahr erschienenen Leitfadens „Um 1504. Die Kleidung-Grundausstattung“. „Wir wollen, dass die Zuschauer ein Gefühl dafür bekommen, wie man um 1500 im Kraichgau gelebt hat und die Mär vom düsteren Mittelalter widerlegen“, erklärt Linda Obhof, studierte Archäologin und Kunsthistorikerin.

 

Nach dem Materialtransport und Lageraufbau am Vormittag starteten die Teilnehmer dann an Samstagnachmittag zusammen mit dem Pferdegespann von Bernd Lieb vor dem Flehinger Schloss. Auf dem Trosswagen wurden Körbe mit Essen für eine zünftiges Brotzeit und genügend kalte Getränke mitgeführt. Im Lager wurde dann erkennbar, dass die Veränderung nicht bei den Gewändern endet, es wurde auch in neue Ausstattung investiert. Ein neues Zelt, Möbel, Töpfe und neues Geschirr fürs Kochen im Feuer wurden angeschafft und die alten Laternen mit Glasscheiben bleiben zu Hause. Dafür gibt es jetzt Talglampen und Windlichter nach Originalvorlagen. „Neue Gewänder, neue Ausstattung aber gekocht wird noch nach alten überlieferten Rezepten. Wir waren gespannt, wie das alles wirkt und sind jetzt wirklich begeistert“, ergänzt Theresa Farr. Diese Begeisterung soll natürlich auch auf neue Mitglieder überspringen, die ein Hobby mit internationalem Flair und vielen Begegnungen in Europa suchen.