Leben im Kraichgau

Leben im Kraichgau

Das Leben im Lager

Unsere Darstellung rund um das „Leben im Kraichgau 1500“ führt unsere Gruppe zu Veranstaltungen unterschiedlichster Art, dies nicht nur in der Region, sondern auch in das Ausland, so z.B. nach Italien, Belgien, England und die Niederlande. Dies bedeutet aber auch, dass wir häufig keine festen Behausungen zur Belebung zur Verfügung haben, darum weichen wir auf ein mobiles Lager aus. Dieses besteht aus einem Marktstand sowie Zelten, die im ausgehenden Spätmittelalter von Zivilisten jedoch eher seltener genutzt wurden. Denn auch zu dieser Zeit zog man die warme Stube einer Herberge der frischen Zugluft auf dem Felde vor! Da fast jeder größere Ort über eine entsprechende Unterkunft oder ein Spital als letzte Anlaufstelle verfügte, war das Eintreten eine solchen Falles wahrscheinlich eher selten.
Auf Veranstaltungen, bei denen wir in Zelten leben, schaffen wir somit ein eher ungewöhnliches Bild der damaligen Zeit, doch können wir und so vor den Unbilden der Witterung schützen und verfügen über manchmal auch über einen „ruhigeren“ Rückzugsort im Festtrubel. Die Mitglieder unserer Gruppe zeigen sich in unterschiedlichsten Bereichen des alltägliches Lebens aktiv: Der Koch und seine Mägde versorgen die Herrschaft, Handwerker arbeiten an ihren Produkten, die sie auf einem der großen Jahrmärkte in Bretten verkaufen, Frauen verspinnen am Rocken Wolle und Flachs, um sich in häuslicher Arbeit ein Zubrot zu verdienen.
Im Sommer 1504 reisten die Herren von Sickingen und Flehingen mit ihren Knechten samt Gefolge nach Bretten, um der dortigen Belagerung durch Herzog Ulrich von Württemberg entgegenzustehen. Auf unseren großen Pferdewagen führen wir (nicht nur) das Nötigste für die Belagerung mit: Neben Waffen und Lebensmitteln, waren die Knechte außerdem dazu verpflichtet ihre besten Röcke mitzubringen, denn der gute Stil sollte auch im Kriegsfalle gewahrt werden!
Wir versuchen uns möglichst nah an Vorlagen auf Basis unterschiedlichster zeitgenössischer Quellengattungen zu orientieren.

Handwerk

Unter dem neuen Label „Leben im Kraichgau 1500“ wollen wir unsere Darstellungsbasis grundsätzlich für alle Bereiche des Lebens im Spätmittelalter am Übergang zur frühen Neuzeit öffnen. Dabei ist uns aber auch klar, dass wir in einem Lager für die handwerkliche Darstellung nur eingeschränkte Möglichkeiten haben. Alles was für ein Handwerk benötigt wird muss gut zu transportieren sein und darf nicht allzu viel Platz einnehmen.
Schon seit Jahren haben sich einfache Lederarbeiten dabei bewährt. Praktische Dinge für den tatsächlichen Gebrauch wie Gürtel oder Taschen können vor Ort angefertigt werden.

Genauso verhält es sich mit dem Spinnen mit der Handspindel und Handarbeiten, alles was angefertigt wird, ist auch von unseren Aktiven in der historischen Darstellung zu nutzen.

Kooperation

Kooperation mit der Landsknechtsgruppe Bretten 1504 e.V.
Seit April 2008 haben wir als Verein mit den Brettener Landsknechten eine Kooperationsvereinbarung, die unseren Aktiven den Weg zum gemeinsamen Waffentraining öffnete. Einige unserer Jugendlichen nehmen am regelmäßigen Schwertkampftraining teil und werden auch in die Auftritte an Peter- und-Paul integriert. Daneben wird das Training mit Stangenwaffen (Langspießen und Hellebarden) angeboten um die Aktiven auf die Schlacht um Bretten aber auch auf sog. Freischlachten wie beim Sterkshof in Antwerpen vorzubereiten.
Als Verein unterstützen wir dieses Training finanziell insoweit, als wir das dafür notwendige Material (1 ½ Handschwerter und Fechtmasken) bereitstellen.
Im Gegenzug bieten wir den Nachwuchstrommlern der Landsknechte eine qualifizierte Ausbildung durch unseren Trommellehrer.
Gefördert wird diese Zusammenarbeit auch durch die gegenseitige Beteiligung an Ausfahrten der anderen Gruppe und/ oder die Arbeitsteilung bei gemeinsamen Veranstaltungen.

Gewandberatung

Das Gewand Kompetenz Team (GKT) der „5 Schneeballen“

Als offizielles, von der Vorstandschaft beauftragtes Organ, sind wir mit der Aufgabe betraut als Berater, Kritiker und Helfer in Gewand- und Accessoires Fragen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wir geben Tipps bzgl. Des Kaufs von Stoff/Material, Schnitten, Schuhen, Accessoires, Waffen, Rüstungsteile etc.; außerdem müssen Entwürfe für Neuanfertigungen von mindestens zwei von uns drei GKT Teilnehmern vor der Anfertigung/dem Kauf abgesegnet werden – ebenso findet eine Endabnahme vor der ersten Nutzung der Neuanschaffung statt.

 

Stilistisch passende Kleidung sowie Accessoires aus dem Altbestand (ehemals 1490-1525) dürfen zwar weiterhin getragen werden, sollten jedoch einer (ggf. eigenen) kritischen Prüfung/ oder Umarbeitung unterzogen werden, ob- und in welchem Rahmen (Zeitstellung der zu besuchenden Veranstaltung) diese weiterhin getragen werden können, denn nicht jedes Outfit passt zu jeder Veranstaltung (Beispiel: Ein reich besetztes- und geschlitztes Landsknechts-Kleid/ Rock ab ca. ab 1520 ist in Antwerpen 1477 stilistisch fehl am Platz). Da sich die Mode gerade zwischen 1510 und 1525 deutlich weiterentwickelte, sollte eine Vermischung der Stile vermieden werden.

 

Darüber hinaus hat das GKT über die stete Information der Neuanschaffungen einen Überblick welche Modelle/Farben im Übermaß kursieren und kann so durch gezielte Aufzeigung von Alternativen eine gewisse Vielfältigkeit/Individualität garantieren.

 

Bild ist nicht gleich Bild: Eine ikonographische Differenzierung der dargestellten Personen (Herkunft, Stand, Geschlecht, Alter, Familienstand etc.) und deren Ausstattung in den Quellen ist mit einem korrekten Verständnis des Bildes untrennbar verbunden und somit unerlässlich. Da wir nicht nur über ein großes theoretisches Wissen, sondern auch über eine große Bilddatenbank verfügen beraten wir Mitglieder der 5 Schneeballen – natürlich kostenlos – jederzeit gerne.

Unser GKT:
Linda Obhof
Theresa Farr

Kontaktieren kann man das GKT per Mail: gewandberatung@5schneeballen.de

Beschluss der Jahreshauptversammlung 2016 zur künftigen Ausrichtung der Kostümgruppe/ des Landsknechtstrosses

• Unsere Darstellung bei P+P soll sich künftig noch stärker am Kraichgau Adel orientieren, die Kleidung, Ausstattung und das Auftreten sollen dies deutlich transportieren.
• Dazu sollen bestimmte Adlige, die in der Chronik genannt sind, identifiziert und als Personen von uns dargestellt werden.
• Bei unserer Kleidung und Ausrüstung orientieren wir uns am Zeitrahmen des MAK, der die Spanne von 1470 – 1504 umfasst und am regionalen Bezug, d.h. Verwendung von Quellen aus dem eingegrenzten Bereich: Frankfurt am Main – Straßburg – Luzern – Wien – Frankfurt a.M. (incl. Randbereiche, aber eng ausgelegt).
• Neue Gewänder müssen von unserem Kompetenz-Team „Gewand- und Stil-Beratung“ (GKT) abgenommen werden.
• Wir wollen bei neuen Kleidungsstücken eine „gute Basis schaffen“! D.h. ein schlichtes Gewand, das vielseitig verwendet werden kann und das je nach finanziellen Möglichkeiten des Trägers bzw. der dazustellenden Personen die Möglichkeit zum „Ausbau“ bietet.
• „Altbestände“ bei Kleidung und Ausstattung können weiter benutzt werden, wobei gebeten wird zu prüfen, ob durch vertretbare Änderungen eine Anpassung möglich wäre.

Hinweise zur Umsetzung der Basisausstattung finden sich auf der Homepage der vom Mittelterlichen Arbeitskreis der Vereinigung Alt Brettheim eingesetzten Arbeitsgruppe: Gewandung um 1504:

http://www.um1504.de

Titel_u1504

Kontakte zu Gruppen im In- und Ausland

In den letzten Jahren konnten wir viele freundschaftliche Beziehungen zu Gruppen aufbauen. Seit 1994 haben wir eine Freundschaft mit der „Compagnia Borgo del Diavolo“ aus Argelato bei Bologna, mit der wir seither einen regelmäßigen Austausch pflegen. Daraus haben sich im Laufe der Jahre weitere Kontakte ergeben, die uns u.a. mehrfach die Teilnahme am historischen Karneval in Venedig und dem Spektakel „all’Armi, all’Armi“ auf Castel Beseno/ Trentino, ermöglichten. Wir waren Gäste bei Veranstaltungen in Sulmona/ Italien und den Mittelaltertagen der Republik San Marino. Im Mai 2010 sind wir bei Nachstellung der Schlacht von Scannagallo (Pozzo della Chiana/ Toskana) dabei.
Wir sind Gründungsmitglied von CERS-Europa mit Sitz in Venedig und von CERS-Deutschland. Seit vielen Jahren nehmen wir am „de Quaeye Werelt“ der Gruppe „Legende“ beim Schloss Sterkshof/ Antwerpen teil.
Über den Mittelalterlichen Arbeitskreis der Vereinigung Alt Brettheim, der Veranstalterin des Peter-und-Paul-Festes in Bretten sind wir zudem in die Kooperation EURO XVI eingebunden, einem Zusammenschluss von Veranstaltern historischer Feste in Europa (z.B. Le Puy/ Frankreich, Tortosa/ Spanien).